Hintergrund

Eritrea ist ein „junges“ Land am Horn von Afrika mit 4,5 Millionen Einwohnern. Nach drei Jahrzehnten Krieg gegen Äthiopien erlangte Eritrea im Mai 1991 seine Unabhängigkeit. Der Krieg war überaus blutig und kostete das kleine Land mehr als 65.000 Leben.

Nach der Unabhängigkeit führte Eritrea von 1998 bis 2000 einen weiteren Krieg mit seinem Nachbarland Äthiopien, der weitere 19.000 Leben kostete. All diese Kriege hinterließen viele Kriegsversehrte und Vertriebene und schufen zahlreiche soziale und psychologische Probleme im Land.

Die Konflikte und Kriege werden von der militaristischen eritreischen Regierung dazu genutzt, um innerhalb der Bevölkerung Angst und Furcht zu schüren, das Land zu militarisieren und somit letztendlich die eigene Macht zu sichern. Doch können wir bezeugen, dass die Folgen jeder militärischen Auseinandersetzung stets Hunger, Verarmung, Vertreibung, die Bedrohung durch Landminen, Beschlagnahmung von Eigentum, Flucht, Traumatisierungen und unermessliches Leid der Zivilbevölkerung sind.

Seit 1994 sind Zwangsrekrutierungen von Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren die Regel. AbiturientInnen werden seit 2003 dazu gezwungen, das letzte Jahr ihrer Schulausbildung in einem Militärlager zu absolvieren. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung wird verwehrt. KriegsdienstverweigerInnen und DeserteurInnen haben zu rechnen mit langer Haft oder auch der Todesstrafe.

In Eritrea sind willkürliche Verhaftungen unter Missachtung jeglicher Menschenrechte alltäglich. Die Verfolgungen religiöser Minderheiten nehmen zu. Unabhängige nichtstaatliche Organisationen, Menschenrechtsgruppen und internationale Beobachter werden nicht toleriert. Von amnesty international und anderen Organisationen geforderte Untersuchungen werden nicht gewährt.