Westliche UN-Beobachter ziehen aus Eritrea ab (15.12.2005)

Die UNO hat im Streit mit Eritrea nachgegeben und zieht einen Teil ihrer Friedenshüter aus dem kleinen ostafrikanischen Land ab. Die ersten Mitglieder der UN-Mission haben die eritreische Hauptstadt Asmara verlassen.

Die Vereinten Nationen haben am Donnerstag (15.12.2005) zu ihrer eigenen Sicherheit mit dem Abzug von Teilen ihrer Friedenstruppe in Eritrea begonnen. Anfang Dezember hatte Eritrea die Blauhelme aus Nordamerika, Europa und Russland ohne Angabe von Gründen aufgefordert, das Land binnen zehn Tagen zu verlassen.

 

Spannungen zwischen Eritrea und Äthiopien

 

Nach Ansicht von Beobachtern will Eritrea die internationale Gemeinschaft provozieren, um auf das ungelöste Grenzproblem mit Äthiopien aufmerksam zu machen. Die eritreische Regierung hatte in dieser Woche auch ein Treffen mit dem Beauftragten für UN-Missionen, Jean-Marie Guehenno, abgelehnt, der vergeblich nach Asmara gereist war.

 

Der UN-Sicherheitsrat beschloss am Mittwoch (14.12.), der Abzugsforderung Folge zu leisten, obwohl ein neuer Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien befürchtet wird. Die etwa 180 Mitglieder der UN-Mission sollen vorübergehend in Äthiopien stationiert werden. Die in einer Pufferzone zwischen den beiden Staaten stationierte Beobachter-Mission umfasst insgesamt 3300 Soldaten und Zivilisten.

 

Andauernde Grenzstreitigkeiten

 

Eritrea hatte sich 1993 unblutig von Äthiopien getrennt und dem Nachbarn damit den Zugang zum Meer genommen. Von 1998 bis 2000 führten beide Länder einen Grenzkrieg, bei dem etwa 80.000 Menschen getötet wurden.

 

Im Dezember 2000 hatten sich Eritrea und Äthiopien darauf geeinigt, den Grenzverlauf von einer internationalen Kommission bestimmen zu lassen. Deren Entscheidung wurde von Äthiopien jedoch nicht anerkannt.

 

Die jüngsten Forderungen Eritreas werden als Zeichen der Unzufriedenheit gesehen, dass die UN nicht den Druck auf Äthiopien erhöht. In den vergangenen Wochen haben beide Staaten ihre Truppen entlang der Grenze wieder verstärkt.

 

Quelle: Deutsche Welle

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