UN schicken Botschafter in die Krisenregion (05.11.2005)
Angesichts des drohenden
bewaffneten Konflikts zwischen Äthiopien und Eritrea hat der UN-Sicherheitsrat
den UN-Botschafter Kenzo Oshima in die Grenzregion am Horn von Afrika geschickt.
Er soll mit den dort stationierten UN-Soldaten sprechen und dem Sicherheitsrat
Bericht erstatten. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, er sei bereit, in die
Region zu reisen, wenn sich die Lage weiter verschärfen sollte. Äthiopien
weigert sich seit drei Jahren, die Entscheidung einer unabhängigen Kommission
zum Grenzstreit anzuerkennen, obwohl es sich zuvor dazu verpflichtet hatte. Das
deutsche Auswärtige Amt verschärfte die Sicherheitshinweise für beide Länder und
rät nun "dringend" von ab, in die Grenzregion zu reisen.
Unterdessen weiteten sich die Unruhen in Äthiopien über Addis Abeba hinaus aus.
Einwohner des Ortes Dessie berichteten, Studenten hätten Steine auf die Polizei
geworfen. In Bahar Dar griffen Demonstranten einen Bus mit europäischen
Urlaubern an. Sie zwangen die Touristen aus dem Fahrzeug und versuchten, es
anzuzünden. Die Polizei vertrieb die Angreifer. In Addis Abeba kam es den
vierten Tag in Folge zu Ausschreitungen. Die Proteste richten sich gegen den
angeblichen Wahlbetrug der Regierung von Ministerpräsident Meles Zenawi bei der
Wahl im Mai. In den vergangenen Tagen waren nach Krankenhausangaben mehr als 40
Menschen getötet worden.
Quelle: Frankfurter Rundschau